Der Religion kann der Mensch nicht entraten. Wehe dem, der an nichts glaubt!

Wer sich mit Gedanken beschäftigt, ist darum noch nicht unbeschäftigt. Es gibt sichtbare und unsichtbare Arbeit.

Auch wenn er die Hände in den Schoß legt oder sie faltet, kann der Mensch tätig sein. Die beschauliche Betrachtung ist eine produktive Leistung.

Weil er vier Jahre lang in regungsloser Betrachtung verweilte, wurde Thales der Begründer der Philosophie. Für uns sind die Klostermönche keine Müßiggänger, die Klausner keine Faulpelze.

Wir sind, ohne von dem Gesagten irgend etwas zu widerrufen, der Meinung, daß es den Lebenden geziemt, beständig an das Grab zu denken. In diesem Punkt stimmen der Priester und der Philosoph überein. »Wir müssen sterben!« lautet der Gruß der Trappisten und mahnt Horaz, wenn er uns auffordert, das Leben zu genießen.

Victor Hugo (2018): Die Elenden. Berlin: BW eBooks